Abenteuer Buch wahr machen

„Bringen Sie es zu Papier. Wagen Sie etwas. Es mag schlecht sein, aber es ist die einzige Möglichkeit, etwas Gutes zustande zu bringen.“ –

William Faulkner (1897 – 1962), US-amerikanischer Schriftsteller

Zugegeben, das Schreiben und Veröffentlichen eines Buches ist nicht wirklich ein tödliches Abenteuer. Aber dennoch ein Prozess, der einen so manches Mal an den Rand des Wahnsinns treibt.

Viele Bücher werden geschrieben, viele veröffentlicht. Viele Geschichten werden begonnen – andere nie zu Ende gebracht. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Schreiben als Hobby anzusehen, ist vollkommen in Ordnung. Es gibt allerdings viele – vielleicht ja auch du, liebe:r Leser:in – die sehen das Schreiben als Berufung.

Und trotzdem gibt es Autor:innen, die an diesem Traum hängen und ihn dennoch begraben. Die ihre Manuskripte für immer in eine Schublade schließen und nie das Wort »Ende« tippen. Die Reise bis zum fertigen Buch ist nicht immer leicht, besonders dann nicht, wenn sie gerade erst beginnt.

Hier also mutmachende Tipps, die dir vielleicht in deinem Prozess helfen, durchzuhalten.

Wer hat gesagt, Schreiben ist leicht?

»Talent ist billiger als Speisesalz. Was den talentierten Menschen vom erfolgreichen unterscheidet, ist viel harte Arbeit.«

Stephen King (1947*), amerikanischer Schriftsteller

Besonders am Anfang ist das Gefühl der Unzulänglichkeit groß. Ein Buch von Anfang bis Ende fertig zu schreiben ist eine lange Reise. Besitzen die Charaktere genug Tiefe? Ist der Plot spannend und logisch ausgearbeitet? Ist der Stil flüssig? All diese Fragen und noch mehr geistern sicherlich in deinem Kopf herum. Du bist unsicher, einige Sätze hören sich krumm an, nicht so melodisch, wie du es dir vielleicht vorgestellt hast.

Schreiben ist nicht einfach – und auch keine Sache von Talent allein. Im Grunde genommen ist Talent von Vorteil, aber nicht grundlegend nötig, um eine Karriere als Schriftsteller:in anzustreben, denn Schreiben ist ein Handwerk.

Und wie jedes Handwerk, kannst du es erlernen. Wie beim Spielen von Instrumenten,  musst du üben, um gut zu werden, um deine eigene Melodie zu kreieren. Lass dich also nicht entmutigen, wenn du deine Stimme noch nicht gefunden hast oder die Rohfassung nicht perfekt ist. Am Anfang wirst du viele Fehler machen. Aber das ist okay und wichtig, um daraus zu lernen. Je mehr du schreibst, desto besser wirst du.

Vielleicht helfen dir auch die folgenden Kurztipps:

Wenn du aufhörst, kannst du nicht besser werden. Mach also weiter.

Hol‘ dir vor allem bei deinen ersten Texten Feedback von Testlesern ein. Kritik hilft dir, dich zu verbessern.

Probier‘ verschiedene Stile aus, kopiere, tauche in andere Genres ein und finde die Stimme, die zu dir passt.

Bleib dran, auch wenn es schwierig wird. Diamanten entstehen unter Druck.

Augen auf dein Manuskript

„Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.“

Soren Kierkegaard (1813 – 1855), dänischer Philosoph, Essayist, Theologe und religiöser Schriftsteller

Ist es anerzogen oder liegt es in der Natur des Menschen? Darüber lässt sich streiten. Tatsache ist jedoch: Wir Menschen vergleichen uns. Andauernd.

Besonders am Anfang ist es giftig, zu viel nach links und rechts zu schauen. Dabei tendieren wir dazu, unsere unlektorierten Werke mit einem fertigen Buch aus dem Handel zu vergleichen. Wenn du mich fragst, ist das absoluter Wahnsinn.

Abgesehen davon, besitzt jede:r Autor:in eine eigene Stimme, einen eigenen Stil. Am Anfang ist es normal, dass du den von deinen Lieblingsautor:innen kopierst. Nach und nach kristallisiert sich deine eigene Art zu schreiben heraus – und das lässt sich nicht vergleichen. Dein Stil ist so individuell wie du und deine Geschichte.

Und auch beim Inhalt deines Romans gilt: Schau nicht zu sehr auf das, was andere machen. Es ist dein Buch und nur du kannst diese Geschichte erzählen. Gib nicht auf, weil du denkst, andere sind besser. Gib nicht auf, weil du denkst, deine Geschichte wurde bereits erzählt. Nur du kannst deine Geschichte erzählen – und glaube mir: es gibt Leser:innen, die werden sie lesen wollen.

Ratgeber – Der heilige Gral?

„Neue Wege entstehen, indem wir sie gehen.“

Friedrich Nietzsche (1844 – 1900), Philosoph

Ich glaube, es gibt kaum Autor:innen, die nicht mindestens einen Schreibratgeber im Bücherregal stehen haben. Das ist auch okay so. Ob über das Schreiben an sich, über die Verlags- und Agentursuche oder das Selfpublishing. Es gibt viele hilfreiche Ratgeber, mit nützlichen Adressen und Tipps, um sein Buch fit für die Veröffentlichung oder für Manuskriptangebote zu machen.

Dennoch stehe ich Ratgebern auch kritisch gegenüber. Denn sie erwecken schnell den Eindruck, dass andere Möglichkeiten ausgeschlossen sind. Sie beschreiben lediglich einen Weg, den jemand anderes gegangen ist. Aber das bedeutet nicht, dass du diesem Pfad folgen musst oder dass dieser der einzig richtige ist. Es gibt so viele verschiedene Wege von der ersten Fassung über das fertige Manuskript bis hin zur Veröffentlichung.

Du solltest den Straßen folgen, die sich für dich gut anfühlen, auf denen du dich gut und nicht verloren fühlst. Und manchmal musst du den Mut aufbringen, ausgetrampelte Pfade zu verlassen und einen neuen Weg zu schaffen.

Höre nicht auf die Zweifler.

„Es ist besser, sich mit Leuten abzugeben, die besser sind als man selbst. Wähle dir einen Kompagnon, dessen Verhalten besser ist als deines und du wirst dich ihm anpassen.“

Warren Buffett (1930 bis heute), Unternehmer

Es gibt sie. Die Zweifler:innen. Sie existieren in deinem Kopf, aber auch außerhalb deines Körpers. Du erkennst sie an Sätzen wie: »Das schaffst du nie.« oder »Damit verdienst du doch kein Geld.« oder »Mach‘ lieber etwas Vernünftiges.« oder aber auch: »Autor:in?! Das ist doch kein richtiger Beruf.«

Die Liste geht ewig lang und vielleicht hast du schon einmal den ein oder anderen Satz gehört. Kanonenkugeln, die rücksichtslos auf dein Traumschloss schießen. Warum? Vielleicht ist es Neid. Meistens auch die eigenen Grenzen, die in den Köpfen anderer existieren. Aber ihre Grenzen sind nicht deine!

Egal, ob nun deine eigene Zweifel oder die der anderen dich in die Knie zwingen: Es ist möglich! Da sind Menschen, die deine Geschichten lesen wollen, sie vielleicht sogar brauchen!

Zweifler:innen wird es leider immer geben, ob nun im engen Umfeld oder flüchtige Bekanntschaften. Du musst wohl oder übel lernen, diese Sätze von dir abprallen zu lassen.

Fang an, an dich selbst zu glauben. Sei dein:e größter Unterstützer:in. Du kannst stolz auf das sein, was du da schaffst. Oft sind diese Menschen neidisch. Auf dich, auf deinen Traum, deinen Mut, diesen Traum wahr zu machen.

Durchhalten … aber aufgeben ist auch manchmal okay.

„Man braucht gute Nerven, um Schriftsteller zu werden.“

Margaret Atwood (1939*), kanadische Schriftstellerin und Dichterin

Du hast den Schreibprozess überwunden und das Überarbeiten deines Buches gemeistert. Wie geht’s weiter? Willst du dein Buch selbst veröffentlichen oder dich bei Agenturen oder Verlagen bewerben?

Egal, welchen Weg du gehen willst, auch hier ist eines gefragt: Durchhaltevermögen. Du wirst mit Absagen kämpfen müssen, mit Zweifeln. Im Selfpublishing wirst du an deine Grenzen stoßen, weil du vielleicht noch nicht alles weißt und anderen Herausforderungen gegenüberstehst.

Beide Wege sind anstrengend. Bei beiden Wegen brauchst du einen langen Atem. Meistens hilft nur eines: Durchbeißen!

Lass dich von Rückschlägen nicht bremsen, mach immer weiter!

Und dennoch …

… manchmal ist Aufgeben vollkommen okay. Damit meine ich aber nicht den Traum Autor:in zu werden, sondern vielleicht einzelne Projekte.

Vielleicht bemerkst du es während des Schreibens, des Überarbeitens oder aber auch den Bewerbungen bei Agenturen oder Verlagen: Das Manuskript ist noch nicht so weit oder vielleicht ist es gerade ein schlechter Zeitpunkt für diese Geschichte. Das heißt aber nicht, dass sie niemals eine Daseinsberechtigung haben wird.

Ideen wie auch bereits geschriebene Geschichten selbst sind wie guter Wein. Sie müssen reifen. Das heißt auch, dass sie manchmal in einer Schublade landen, wo sie auf den richtigen Zeitpunkt warten. Es ist vollkommen okay, ein Projekt für eine Zeit lang zur Seite zu legen.

Starte dein Abenteuer

Das Abenteuer Buch ist eine Reise, die viele Gefahren birgt. Ein Buch zu beenden ist nicht immer leicht. Besonders der Weg zum Debütroman ist der steinigste. Aber es wird leichter. Hör nur nicht auf zu schreiben. Deine Geschichte möchte gelesen werden, deine Stimme will gehört werden.

Schreib – das – Buch – fertig. Jetzt!

Du bist bei dieser Reise nicht allein. Wir von Book‘n‘Soul begleiten dich und stehen dir mit Rat und Tat zur Seite.

Photo by Ryan Graybill on Unsplash

Photo by John Matychuk on Unsplash

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