Die innere Kritikerin blockiert dich mit gekonnten Argumenten beim Schreiben

Jeder von uns kennt sie, jeder fürchtet sie: die Schreibblockade. Nicht selten stockt es beim Schreiben, wenn sich eine (manchmal fiese) innere Stimme einschaltet. Sie kritisiert uns liebend gern für das, was wir gerade zu Papier bringen. Manchmal sogar, bevor wir überhaupt angefangen haben, unser Buch zu schreiben. Die innere Kritikerin in uns erwacht und trifft mit ihren Argumenten oft voll ins Herz. Oder zumindest in den Magen, der sich dann so flau anfühlt, dass wir gar nicht mehr weiterschreiben möchten.              

Klar hat diese innere Kritikerin hin und wieder auch konkrete Argumente. Wie zum Beispiel, dass eine Figur nicht ausgereift genug ist oder dass du an einer Stelle noch besser recherchieren solltest. Und daran ist nichts verkehrt, denn diese Argumente leiten dich weiter durch den langen und oft steinigen Prozess, dein Buch zu schreiben.

Doch wenn die innere Kritikerin tief in die Trickkiste greift und allgemeine Argumente hervorzieht, die nichts anderes tun, als dich vom Schreiben abzuhalten – dann wird es höchste Zeit einzuschreiten. Damit dir diese hinderlichen Argumente bewusster werden, möchten wir im Folgenden ein paar davon aufzählen, die wir selbst nur allzu gut kennen. Dazu geben wir auch gleich ein paar Erste Hilfe-Tipps. Die sollen dir helfen, trotzdem im Schreibfluss zu bleiben und eine längere Blockade zu verhindern – egal, welches Gewand die innere Kritikerin heute wieder trägt.

1.     „Ich habe keine Zeit.“

Da haben wir direkt die Zeitlüge, die die innere Kritikerin gerne erzählt. Wir begegnen ihr mit einer einfachen Frage: Willst du wirklich ein Buch schreiben? Dann nimm dein Vorhaben ernst und plane feste Zeiten ein. Ja, auch wenn du noch Familie und einen Beruf hast. Committe dich wirklich oder lass es sein. Um voranzukommen und eine Schreibroutine zu finden, helfen dir zum Beispiel Wörterziele. (Ein Artikel dazu folgt noch.)

Schick die innere Kritikerin auf die lange Bank und löse deine Schreibblockade

2.     „Ich bin nicht talentiert genug und kann das eh nicht.“

Kommt dir dieses Argument bekannt vor? Oft denken wir das, weil wir uns mit anderen vergleichen und meinen, dass sie es ‚besser‘ können. Doch fragen wir mal die innere Kritikerin: Wo fängt ‚gut‘ überhaupt an und was genau ist talentiert – und was nicht? All das ist subjektiv. Es gibt nur einen Weg, um herauszufinden, ob du talentiert genug zum Schreiben eines Buches bist: Probiere es aus! Vielleicht merkst du, dass es nichts für dich ist. Vielleicht macht es dir riesigen Spaß und du kannst nicht genug davon bekommen. Oder irgendetwas dazwischen. Doch egal, was du für Erfahrungen machst: Keine davon lässt die Welt untergehen, du lernst dich nur besser kennen.

3.     „Was ich schreibe, ist nicht besonders genug oder gibt es schon.“

Gerade in Zeiten des Internets und der permanenten Informationsflut bekommen wir schnell den Eindruck, dass eigentlich alles schon gesagt wurde. Doch wer hat behauptet, dass du das Rad neu erfinden musst, um dein Buch zu schreiben? (Fangfrage! Die innere Kritikerin natürlich.) Versuch es mal mit einer anderen Sichtweise: Was du schreibst, entsteht aus dir und deinen individuellen Erfahrungen heraus. Du bist somit schon Original, der Ursprung deines Buches. Es ist deine ganz eigene Zusammensetzung des Plots, der Figuren, dein Schreibstil und vieles mehr, was dein Buch besonders macht.

4.     „Was ich schreibe, ist langweilig und nicht kreativ.“

Auch hier darfst du wieder hinterfragen: Was genau ist eigentlich ‚kreativ‘ und was nicht? Natürlich ist es wichtig, einmal genauer hinzuschauen, wenn du dich beim Schreiben deines Buches langweilst. Denn dann könnte es für Leser:innen später auch langweilig sein. Doch solltest du nicht gleich alles über den Haufen werfen – oder noch schlimmer, gleich ganz aufhören zu schreiben. Schau besser noch einmal mit Abstand auf deinen Text. Schreibe zum Beispiel zunächst den ersten Entwurf deines Manuskripts fertig. Danach kannst du einzelne Passagen im gesamten Zusammenhang deines Buches betrachten und sie überarbeiten. Schieb deinen Perfektionismus beim Schreiben mal eine Weile auf die lange Bank (und setz deine innere Kritikerin auch gleich dazu) und erlaube dir, deinen Text zu einem späteren Zeitpunkt auszufüllen und abzurunden.

5.     „Alle werden über mein Buch lachen.“

Hinter dieser Aussage deiner inneren Kritikerin steckt nur eines: ein lähmendes Gefühl der Angst. Du fürchtest dich vor Kritik, Ablehnung und generell vor negativen Reaktionen deiner Leser:innen und deines Umfelds. Und weißt du was? Das ist völlig normal. Denn ein Buch zu schreiben, bedarf nicht nur Kreativität, Durchhaltevermögen und Disziplin, sondern auch Mut. Deshalb lieben wir das Thema Büchermachen auch so sehr: Es ist eine Reise zu dir selbst. Du darfst mit jedem Wort, das du schreibst, mit jedem Schritt, den du als Autor:in gehst, mehr zu deiner Individualität stehen. Dazu gehört auch, dass du akzeptieren lernst, dass du nicht jedem gefallen kannst. Doch darfst du darauf vertrauen, dass du und dein Buch die passenden Leser:innen finden werden, die dich wertschätzen, wie du bist.

Kommen dir diese typischen Argumente der inneren Kritikerin bekannt vor? Fallen dir vielleicht noch weitere Argumente ein, die dich regelmäßig vom Schreiben abhalten? Teile deine Erfahrungen gerne in den Kommentaren!

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