Möglichkeiten Buch zu veröffentlichen

Ein Buch zu schreiben, ist nicht unbedingt leicht. Aber jede:r weiß, wie es geht: Man nimmt einen Stift und Papier oder direkt den Laptop und schreibt erstmal los – so einfach zumindest die Theorie. Wenn man möchte, kann man also jederzeit anfangen – ohne besonderes Equipment zu benötigen. Aber wie geht es danach weiter? Wir zeigen dir 3 1/2 Wege dein Buch zu veröffentlichen

Wir alle kennen Verlage und auch der Begriff Selfpublishing sagt inzwischen vielen etwas. Aber bei Ersterem ist es schwierig einen Fuß in die Tür zu bekommen und für das Zweite muss man erstmal herausfinden, wie es überhaupt geht.

In diesem Artikel stellen wir dir 3 1/2 Wege vor, um dein Buch zu veröffentlichen. Weitere Details zu den jeweiligen Möglichkeiten findest du zukünftig in den Kategorien „Verlag“, „Agentur“ und „Selfpublishing“. Dieser Beitrag soll dir vor allem dazu dienen, ein erstes Gespür dafür zu bekommen, welche Wege überhaupt für dich und dein Buchprojekt in Frage kommen.

1. Der Verlag

Verlage genießen trotz der Möglichkeit des Selfpublishings weiterhin ein hohes Ansehen. Viele Autor:innen möchten immer noch gerne auf diesem Weg ihr Buch veröffentlichen. Die Gründe dafür können unterschiedlich sein: Die einen wünschen sich ihren Namen auf einen Umschlag mit Verlagslogo, die anderen sehen die Vorteile im leichteren Zugang zum Buchhandel. Generell kann es sehr angenehm sein, dass der Verlag das Marketing für das eigene Buch übernimmt – durch das Verlagsprogramm gelangt man ohne eigene Bemühungen auf Messen, Lesungen und kann das Netzwerk des Verlags nutzen. Mit dem Wunsch einen Verlag zu finden, steht man natürlich nicht alleine da. Die Konkurrenz ist groß, weshalb es als selten gilt, einen Verlagsvertrag zu ergattern. Was kannst du also tun, um dein Buch auf diesem Weg zu veröffentlichen?

Recherchiere, welche Verlage überhaupt in Frage kommen

Du solltest deine Zeit in eine gute Recherche investieren, um dir unnötige Absagen zu ersparen. Ich empfehle immer, eine Liste mit A bis C-Verlagen anzulegen.

  • A-Verlage = Deine absoluten Favoriten
  • B-Verlage = Passen zu deinem Buch, sind aber aus anderen Gründen nicht deine Favoriten
  • C-Verlage = Passen nicht hundertprozentig zu deinem Buch, aber es ist einen Versuch wert.

Ich will ehrlich sein: Es kann sehr gut sein, dass du nach dieser Liste noch zahlreiche weitere anlegst und immer wieder neu recherchierst. Aber grade zu Beginn solltest du positiv an die Verlagssuche rangehen. Eine solche Liste hilft dir, die Struktur und Übersicht zu behalten.

Recherchiere, wie du die Verlage kontaktieren kannst

Nicht alle Verlage nehmen „unverlangt eingesandte“ Manuskripte an und lesen sie wirklich. Bei der Flut, die bei ihnen eingeht, ist es auch verständlich, oder? Deshalb recherchiere vorher, wie deine Verlage sich den Manuskripteingang wünschen – so ersparst du dir Arbeit und Wartezeiten.

Belletristikverlage arbeiten gerne mit Agenturen zusammen, die ihnen die Vorauswahl abnehmen.

Fachverlage nehmen Manuskripte in der Regel noch selbst an. Je nach Themengebiet freuen sie sich sogar über neue Autor:innen, schließlich müssen auch sie neue Themen entwickeln und das Verlagsprogramm stetig erweitern.

Recherchiere, was du einschicken sollst

Ich habe bisher immer mit Verlagen gearbeitet, bei denen die ersten ca. 100 Seiten des Manuskripts gelesen wurden. Waren die interessant, wurde mehr Material angefordert. Du musst also nicht dein gesamtes Manuskript einschicken. Viele Verlagen finden das sogar störend, weil sie – platt gesagt – in einer Papierflut ertrinken.

Es kann aber durchaus vorkommen, dass noch ein Exposé, ein Lebenslauf oder eine Kurzzusammenfassung gefragt sind. Deshalb erkundige dich vorher genau, was der Verlag wünscht. Lektor:innen sind schnell genervt, wenn sie andere Unterlagen als die vorgegebenen auf den Schreibtisch bekommen. Schließlich haben auch sie ihre Vorgaben, auf welchen Grundlagen sie über ein Manuskript entscheiden sollen. Jedes Buchprojekt macht vor Vertragsabschluss einen Genehmigungsprozess innerhalb des Verlags durch. Für diese Abläufe müssen Standards eingehalten werden, die eben häufig schon beim Manuskripteingang anfangen.

Zurück zur A bis C-Liste

Ich rate dir jetzt nicht, mit den A-Verlagen anzufangen (wir erinnern uns: deine absoluten Favoriten), wenn du diesen Weg für die Veröffentlichung deines Buches wählst. Nein: Probiere dich erstmal mit ein paar B- oder sogar C-Verlagen aus. Nur so kannst du ein Gespür für den Prozess gewinnen und dich an die Situation gewöhnen, dich bei einem Verlag zu bewerben. Du wirst an deinen Anschreiben und Exposés vermutlich tausend Mal herumschreiben – das ist auch gut und richtig so – deshalb solltest du nicht den ersten Versuch an deinen Lieblingsverlag schicken.

Und noch ein Rat von mir: Du brauchst Geduld. Dieser Weg kann sicher der Langwierigste sein und du wirst nicht sehr viel Einfluss darauf haben.

2. Die Agentur

Wie bereits erwähnt, beachten einige Verlage sogenannte unverlangt eingesandte Manuskripte gar nicht. Sie überlassen die Vorauswahl sogenannten Literaturagenturen – mit denen sie zum Teil schon seit Jahren zusammenarbeiten.

Wer bezahlt die Agentur?

In der Regel wird die Agentur am Autor:innenhonorar beteiligt, d.h. die Autor:innen bezahlen die Agentur und verzichten auf Honorar. Das klingt zunächst nach einem Nachteil. Allerdings wird die Agentur durch dieses Prinzip tatsächlich erst bezahlt, wenn ein Verlagsvertrag zustande gekommen ist. Du wirst dich also als Autor:in nicht verschulden, weil eine Literaturagentur dich in ihr Portfolio aufnimmt!

Gleichzeitig heißt das, dass Agenturen nur an Buchprojekten interessiert sind, die sie auch mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit vermitteln können. Schließlich wollen sie, dass ihre Funde auch realisiert – und sie selbst somit bezahlt – werden.

Wie findest du eine Agentur?

Fachverlage nehmen Manuskripte häufig noch selber an. Da vor allem Kinderbuch- und Belletristikverlage jedoch von Post überschüttet werden, findet man vor allem in diesen Genres Literaturagenturen:

 In Zukunft werden wir dir noch mehr Informationen zum Thema „Agenturen“ vorstellen. Die Artikel findest du in der Kategorie Veröffentlichung:Agenturen.

Verlag oder Agentur, um dein Buch zu veröffentlichen?

Als Faustregel lässt sich sagen: Je kleiner der Verlag, umso wahrscheinlicher ist es, dass er seine Manuskripte noch selbst sichtet. Die bekannten Publikumsverlage haben selten die Kapazitäten, um die Manuskripte von Neu-Autor:innen zu prüfen. Hier ist mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Agentur im Spiel.

Egal, welchen dieser beiden Wege du wählst, um dein Buch zu veröffentlichen: Es wird nicht unbedingt leicht. Du solltest Geduld und starke Nerven – für die Absagen – mitbringen.

3. Selfpublishing

Hast du darauf keine Lust, solltest du das Selfpublishing in Betracht ziehen. Galt es früher als Plan B, weil Autor:innen keinen Verlag gefunden haben, ist es heutzutage für viele Plan A.

Die größten Vorteile

  1. Du hast alles selbst in der Hand. Vom Buchtitel bis hin zum Layout. Veröffentlichst du in einem Verlag, musst du dich den dortigen Standards anpassen – so haben zum Beispiel viele Bücher des Diogenesverlags das gleiche Coverlayout.
  2. Du hast mehr vom Kuchen. Anders gesagt: Dir bleiben nicht nur die Prozente, die dir der Verlag zugesteht. Was uns aber auch schon zu den Nachteilen bringt.

Die größten Nachteile

  1. Du musst für die Kosten selbst aufkommen und weißt nicht, ob dein Buch ein Erfolg wird.
  2. Du wirst dir viel Wissen aneignen müssen, um das Marketing aktiv anzugehen.

Planst du ein Sachbuch oder ein Coachingbuch für deine Kund:innen, steht dir über dein eigentliches Kerngeschäft schon ein Vertriebsweg offen. Möchtest du lieber einen Roman veröffentlichen, musst du die Kanäle selbst bespielen, die sonst ein Verlag für dich übernehmen würde (z.B. Buchhandel, Messen, Kataloge, Rezensionsexemplare usw.)

Und noch zwei Tipps

Liest du die Nachteile, klingt Selfpublishing vermutlich eher anstrengend und nicht unbedingt als einfacher Weg, um dein Buch zu veröffentlichen. Wir müssen aber dazu sagen, dass es auch Spaß macht, wenn man in all diese Prozesse eingebunden ist. Solltest du dich für diesen Weg entscheiden, möchten wir dir noch zwei Tipps mitgeben:

  1. Lass dir helfen. Spare nicht am Korrektorat oder Lektorat. Du willst, dass sich dein Buch verkauft. Deshalb solltest du vorher investieren und versuchen, das beste Buch zu schreiben, das möglich ist. Du planst nur ein eBook? Erarbeite dir trotzdem – vielleicht mit Illustrator:innen oder Grafiker:innen – ein ansprechendes Cover. Auch online kauft das Auge mit. Ein professionelles Cover beeinflusst die Kaufentscheidung positiv.
  2. Stelle uns deine Fragen. Selfpublishing kann (besonders auf Neulinge) undurchsichtig wirken. Doch du wirst merken, dass es eine große Community und viel Unterstützung gibt. Wenn du eine spezielle Frage hast, schreib uns an hallo@bookandsoul.de oder auf Insta @book.n.soul!

Wieso 3 1/2 Wege, um dein Buch zu veröffentlichen?

Buchveröffentlichung

Fang einfach an.
Könnte ja gut werden.

unbekannt

Ich weiß nicht, von dem dieser Spruch kommt, aber ich mag ihn total. Bei deinem Buchprojekt musst du nicht vorher das große Ganze durchschauen. Fang einfach mal mit dem Schreiben an und gehe Schritt für Schritt weiter. Du musst nicht vorab wissen, wie du dein Buch drucken willst. Um diese Frage kannst du dich kümmern, wenn du fertig mit schreiben bist. Gehe einen Schritt nach dem anderen.

Du darfst deine Meinung übrigens zwischendurch auch ändern – das ist der halbe Weg. Du dachtest vorher, du willst nur ein eBook machen, willst dann aber doch lieber ein „echtes“ Buch in den Händen halten sollen? Dann ändere deine Pläne auf dem Weg. Wichtig ist: Fang erstmal an. Könnte ja gut werden.

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1 Kommentar
  1. […] unserem Artikel „3 ½ Wege dein Buch zu veröffentlichen“ haben wir kurz und knapp erklärt, welche Möglichkeiten du hast, um dein Buch Realität werden […]

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